Über Walter

Ich bin auf dem Land groß geworden, habe Abitur gemacht, danach eine Weile Jura studiert um letztenendes ein Landwirtschafts-Studium mit Diplom abzuschließen.
Schon als Schüler habe ich als Sänger und Gitarrist in verschiedenen Bands gespielt. Während des Studiums habe ich Bass gespielt und Tanzmusik gemacht.
Als sich herausstellte, dass mein Vater mir seinen Hof nicht geben wollte, dachte ich, ich versuch es als Musiker und werde reich und berühmt. Das war gar nicht so einfach.
Statt Musik zu machen, war ich in Hamburg als Kurierfahrer unterwegs.
Aber das Schicksal meinte es gut mit mir.
Ich landete in einer Wohngemeinschaft, in der eine Schauspielerin wohnte, die mich als Gesangslehrer an ihr Tanzstudio vermittelte, wo 1985 die erste Musical-Ausbildungsklasse in Hamburg aufgemacht wurde. Tom Fletcher’s „Die roten Schuhe“ in Sankt Georg.
Meine Gesangslehrerin, bei der ich drei Jahre ein bisschen was gelernt hatte, war entsetzt.
Sie sagte:
„Meine Güte, du hast doch überhaupt keine Ahnung vom Singen!“
Damit hatte sie vollkommen recht, aber ich wollte meine Chance unbedingt nutzen, weil ich beim Kurierfahren Rückenschmerzen hatte, und hab den jungen Menschen, die mir anvertraut wurden, einfach gezeigt, was meine Lehrerin mir gezeigt hatte.
Das funktionierte ganz gut und ich konnte meine Unwissenheit relativ schnell durch die Lektüre von ein paar schlauen Büchern und eifriges Experimentieren mit den Studenten ausgleichen.
An dieser Stelle noch mal vielen lieben Dank an alle, die sich mir damals anvertraut haben.
Es lief sehr gut und nach einem halben Jahr hatte ich so viele Schüler:innen, dass ich den lieben langen Tag unterrichtet habe. Nebenbei habe ich verschiedene Band-Projekte gemacht und jede Woche so viele Proben gehabt, dass ich irgendwann meine Stimme verlor. Ein sehr eigenartiger Moment. Mitten im Singen war die Stimme einfach weg.
Und jetzt passierte etwas, das mein Leben total verändert hat:
Mit einer Gruppe von Musikern bereiteten wir einen Abend mit Songs von John Lennon vor, um dessen zehnten Todestag zu würdigen. Ich habe den Song „Mother“ gesungen und sein frenetisches Geschrei am Ende des Songs imitiert.
Das war auf unserem Demo-Band zu hören. Und dieses Demo-Band gab unser Schlagzeuger einem Musiker, der für das Theater einen Sänger mit Bluesröhre suchte. Es ging um das Stück „Der kleine Horrorladen“-
Um es kurz zu machen: Seit dem Herbst 1989 durfte ich dann im kleinen Horrorladen die böse fleischfressende Pflanze „Audrey two“ singen. Das habe ich jahrelang an verschiedenen Theatern gemacht und so oft, dass meine Freunde mich Pflanze 2000 nannten.
Und dann schlug das Schicksal gleich noch einmal zu:
In meiner zweiten Spielstätte in Lübeck bekam ich die Chance, den Jesus in „Jesus Christ Superstar“ zu singen.

Die Mary wurde von Katharina gesungen, die jetzt seit 35 Jahren meine Frau ist.
Mehr zu Katharina > hier <
Katharina wiederum studierte Gesang an der Hamburger Musikhochschule. Und so konnte ich ein paar Jahre lang den berühmtesten Sängerinnen und Sängern beim Unterrichten zuhören. Dabei habe ich sehr viel gelernt.
Natürlich haben wir in der Zeit ausgiebig die Frage diskutiert, wie eine Stimmtechnik aussehen müsste die sowohl für Opernsängerinnen als auch für Pop-Sängerinnen aller Stilrichtungen funktionieren würde. Mit dieser Frage ging ich schwanger, wie man so sagt, und die Antwort kam, als ich
Sena Jurinac
bei der Arbeit erlebte (Sena Jurinac als Rosenkavalier > hier <). Ihre Art, die Stimmen der jungen Sängerinnen und Sänger zu behandeln, war atemberaubend einfach und klar! In meinem Kopf setzte ein stürmischer Groschen-Regen ein. Mir wurde schlagartig klar, dass die meisten Gesangslehrer:innen Stimmen nicht trainierten, wie ein Bodybuilder oder ein Fußballer seinen Körper trainiert, um bestimmte Leistungen zu erreichen, sondern eigentlich immer nur nach dem richtigen Sound suchten und an der Interpretation eines Stückes arbeiteten.
Sena Jurinacwar in der Lage zu zeigen, dass man die Stimmen von allen möglichen Schwierigkeiten leicht befreien konnte, wenn man den nötigen Respekt für die Arbeit der Muskeln aufbrachte.
Daraufhin habe ich angefangen, meine Stimmmuskulatur gezielt zu trainieren, wobei ich mich auch der Techniken bedient habe die
Seth Riggs
in seinem Speech Level Singing anbot. Ich habe ein paar Jahre gebraucht. Habe intensiv trainiert, viel gehustet und meine Stimmbänder richtig stark gemacht.
Ich hatte ein Ziel: ich wollte das hohe A in dem Song Whiter Shade of Pale singen können.
Irgendwann konnte ich das und drei Wochen später konnte ich auf einmal auch ein hohes C halten. Obwohl meine Stimme im klassischen Bereich eher als Bassbariton eingeordnet worden wäre. Das führte wiederum dazu, dass ich eine kleine Spezialrolle im Chor bei „Jeckyll & Hyde“ bekam, wo ich acht mal die Woche ein paar mal pro Show hohe Cs rausknallen durfte. Und es wurde gut bezahlt. Das passte mir gut.
Ich wurde langsam alt und ich brauchte das Geld.
Aber der wichtige Punkt ist, dass ich mit meiner Stimme etwas hingekriegt hatte, dass ihr nach menschlichem Ermessen eigentlich nicht möglich sein sollte. Als ich diese Technik für mich ausprobiert, getestet und als sicher angesehen hatte, fing ich an, sie meinen Student:innen anzubieten.
Ich hatte die Stimm-Aktivierung entwickelt.
Ein gnadenlos einfaches Muskelkraft-Aufbaukonzept, mit dessen Hilfe, Sängerinnen und Sänger alle gängigen stimmlichen Schwierigkeiten sehr schnell und nachhaltig aus dem Weg räumen können.
Jetzt unterrichte ich seit mehr als 40 Jahren Sängerinnen und Sänger aller Stilrichtungen, Stimmtrainer:innen und Vocal-Coaches, Schauspieler:innen, Lehrer:innen, Manager und Menschen, die im Beruf viel sprechen oder Vorträge auf Bühnen halten.
Wenn du mehr zu den Möglichkeiten erfahren möchtest, mit mir zu arbeiten, schau dich gerne auf meiner
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