Das
Buch SING! ist da! ·
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Es
sieht schön aus, ist handlich und gut zu lesen.
Es gibt über alle wichtigen Dinge im Zusammenhang mit Gesang
Bescheid.
Das erste Mal wird die Technik der "aktivierten Stimme" deutlich
und schriftlich umrissen.
Über das Buch
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Der
Lehrer ist der Leere. Er sagt nicht, wie es sein muss oder
wie es ist, sondern er schafft
einen Raum, in dem
der Schüler wachsen kann. Er schafft eine Projektionsfläche
für die Wünsche, Träume, Möglichkeiten
seiner Schüler.
Gemeinsam wird die Zukunft gestaltet.
Das ist ein hehres Ideal, aber es geht tatsächlich
ein bisschen so. Der Schüler hat seine Vision, er
baut sie aus, unter Umständen verwirklicht er sie
oder Teile davon sogar. Diese Arbeit kann und darf ich
als Lehrer ihm nicht abnehmen.
Ich kann ihm technische Unterstützung geben, ich kann
ihn trainieren, ich kann ihn ermutigen, aber das Wesentliche
muss jeder Künstler allein tun: seine Vision, seinen
Traum von der Zukunft aufbauen, energetisieren und in die
Welt setzen.
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Ich gebe
hier ein paar Eindrücke aus meiner mehr als zwanzigjährigen
Arbeit mit Sängerinnen, Sängern und Schauspielern
wieder und hoffe, dass sowohl blutige Anfänger als auch
Sänger in der Praxis am Theater und Lehrer an Schulen
oder in der privaten Unterrichtspraxis den einen oder anderen
Tipp oder eine kleine Anregung daraus für sich und ihre
Schüler verwenden können.
Meine grundlegende Philosophie der „Aktivierten Stimme“ leitet
sich aus ein paar einfachen Erkenntnissen ab:
1. Je einfacher und klarer die Vorstellungen
sind, die Sänger
von den Vorgängen in ihrem Körper beim Singen haben,
desto effektiver können sie ihren Gesang und ihr
Stimmtraining gestalten. Dasselbe gilt für alle, die an
und mit Sängern arbeiten. Daraus folgt für mich als
Stimmbildner die genauso simple wie schwer umzusetzende Forderung,
im Wirrwarr der Mythen Ordnung zu schaffen und den Interessierten
und Wissensdurstigen die Stimme als ein ganz und gar menschliches
Organ aus Fleisch und Blut
vorzustellen.
2. Eine der schwierigen Aufgaben für Sänger aller
Stilistiken und ihre Trainer ist die Herstellung und Verfeinerung
der Mischung. Also der Fähigkeit, die beiden Funktionen
der
Stimme – die Vollschwingung der Stimmlippenmuskeln und
die Randschwingung der Schleimhaut auf den Stimmlippen – gleichzeitig
zu erhalten und den Anteil der schwingenden Muskelmasse in den
Stimmlippen fl iessend zu variieren.
Hier zeigt sich als grundlegendes Hindernis in der Umsetzung
bei sehr vielen Sängern eine Unausgewogenheit in der Vitalität,
Geschmeidigkeit und Kraft der äußeren und inneren
Kehlkopfmuskulatur. Eine von beiden Parteien ist meist stärker
und besser inerviert (mit Nerven durchsetzt) und drängt
die Einflussnahme der Gegenspieler in den Hintergrund.
Daraus folgen die allseits berühmten Übergangsschwierigkeiten,
Registerwechsel oder gar Brüche, Singen mit „verschiedenen
Stimmen“, frühzeitiges Abgesungensein, Heiserkeit
nach Proben, unzureichende Mischungsmöglichkeiten, mangelnde
Strahlkraft der Stimme verspannte Höhe oder klanglose Tiefe.
3. Die andere große Schwierigkeit taucht immer wieder
bei der Herstellung der Stütze auf, was ganz einfach daran
liegen kann, dass Legionen von Sänger-Anfängern dazu
angehalten werden, mit einem Druck vom Körper gegen die
Stimme zu arbeiten, der sehr gut trainierten und ganz ausgewachsenen
Stimmen vorbehalten sein sollte. Subtiler betrachtet liegen solche
krampfhaften Versuche, etwas mit der Stimme zu erreichen, wohl
auch an unser aller Haltung des Machen-Müssens, des ewigen „Ich-Will“,
auf das wir vorzüglich geeicht zu sein scheinen.
Kurz: Sänger handeln oft in dem Glauben, die Stimme anblasen
zu müssen wie eine Flöte oder ein Saxophon, und aus
dem Bedürfnis, aktiv etwas zu tun, wo vor allem etwas zu
lassen ist: nämlich das Ausatmen und das Wollen-Müssen.
SCHLAUER SPRUCH Wir arbeiten immer vom Wollen-Müssen zum
Lassen-Mögen!
Ich
biete an dieser Stelle mein Konzept der aktivierten Stimme als
Hilfe an: Einfache Übungen, die uns gezielt zu besserer
Inervierung und bewusst geführtem Training bringen.
Übungen, die speziell den Antagonismus der inneren Muskulatur
des Kehlkopfes einerseits und der äußeren andererseits
ausarbeiten helfen.
Übungen, die zu der angestrebten Ausgewogenheit der Kräfteverhältnisse
im Bewegungsapparat der Stimme führen.
Übungen, die uns die optimale Führung unserer Stimme in einer
neuen Balance ermöglichen.
Dann bleibt mir noch viel Spaß beim Lesen und vor allem
beim Ausprobieren, Forschen und Trainieren zu wünschen.
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